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Und wieder grassiert das MEP-Fieber

Der Theodor Haubach-Saal im Bundespresseamt ist ein beeindruckender Saal. Das Glasdach lässt das Licht des Berliner verregneten Winters in das Gebäude eindringen als wenn es Sommer wäre.  Und auch der Name spricht für sich:  Theodor Haubach war Widerstandskämpfer unter Hitler, Mitglied des Kreisauer Kreises, und wurde im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee heute vor fast genau 70 Jahren von den Nationalsozialisten erhängt. Aber daran denkt an diesem Vormittag sicherlich niemand. Umso wichtiger, dass der Vereinsvorsitzende Erhard Kohlrausch in seiner kurzen Eröffnung darauf aufmerksam macht. Denn das MEP ist in erster Linie sicherlich keine Spaßveranstaltung sondern kann vor allem auch Ernst. Mit Blick auf das heutige Europa gestand Erhard Kohlrausch jedem das Recht zu, Sorge um Europa zu haben. Aber, so fuhr er fort,  wie schon der verstorbene  ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker 2013 sagte: Ohne Sorge gehe es nicht vorwärts in Europa.

Als zweiter Redner des Vormittags bekannte Regierungssprecher Georg Streiter mit Blick auf seine Biografie zwischen Luxemburg, Brüssel und Berlin, dass er Europa im Blut habe. Er freue sich, dass hier so viele Jugendliche versammelt seien, die sich für Europa begeistern. Europa sei zwar eine Erfolgsgeschichte, aber Begeisterung für Europa sei sonst im Lande ja kaum zu spüren. Oft würden die Kosten der EU beklagt, aber Europa sei auch gar nicht teuer. Die Kosten pro Europäer entsprächen weit weniger als einer Tasse Kaffee pro Tag. Daher sei es richtig und wichtig, dass sie, die Jugend Europas, Europa nicht nur leben sondern beim MEP im Streit um die beste Politik auch mitgestalten. Denn sie, die hier anwesenden Jugendlichen, seien Europa und damit aufgerufen, die dicken Bretter der Europäischen Politik mitzubohren.

Die Berliner Staatssekretärin für Jugend, Sigrid Klebba, ging in Ihrer Begrüßungsansprache vor allem auf die europäische Jugendpolitik ein, bei der es um Qualifizierung, interkulturellen Dialog und Empowerment für alle Jugendlichen in Europa gehe. Das MEP trage dazu bei, Europa vor Ort zu verwirklichen und mache die Jugendlichen auf europäischer Ebene demokratiefähig.

Lena Störk, die erste der drei MEP-Präsidenten, durfte dann als vierte Rednerin die offizielle Eröffnung des MEP 2015 vornehmen. Sie verglich Europa mit einer betagten Frau, die ihre besten Tagen scheinbar hinter sich habe. Aber das sei falsch. Zwar gäbe es Populismus, Krisen und Europaskeptiker. Aber wie die Reaktion aus Deutschland und Europa auf das Charlie-Hebdo-Attentat in Paris Anfang des Jahres gezeigt habe, lebe Europa vor allem von Solidarität und dem Bekenntnis zu gemeinsamen europäischen Werten, wie Freiheit. Dafür stehe auch das MEP und sie wünsche sich von den Delegierten, dass sie sich in dieser Woche vom grassierenden MEP-Fieber anstecken lassen.

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