Modell Europa Parlament Deutschland e.V.

M E P
Deutschland e.V.

100 Jugendliche auf dem Weg nach Europia – Das 22. MEP 2021 Online

Berlin – Online 13.9.2021:

„Beim Blick in die Zeitungen könnte man glauben, die EU befinde sich in einem ständigen Krisenmodus. Diese Herausforderungen sollten aber kein Grund dafür sein, die EU als Konzept aufzugeben, sondern Ansporn, die EU zu verbessern.“ Mit diesem Appell eröffnete Präsident Moritz aus Hamburg das 22. Modell Europa Parlament Deutschland 2021 (MEP).  

Beim Corona bedingt zweiten Online-MEP 2021 konnten eine Woche lang vom 5. bis 12. September 16 Schulgruppen aus allen Bundesländern in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpfen und so Europa hautnah erleben und mitgestalten.

Nicht ohne Grund war das Motto des diesjährigen Modell Europa Parlaments „My Europia“-  ein Wortspiel, dass sich auf das Buch „Utopia“ bezieht, einen 500 Jahre alten Klassiker der Politischen Ideenbildung von Thomas Morus. Denn beim MEP geht es um mehr als „nur“ Europa. Es geht darum, Vision und Realität in Einklang mit den eigenen politischen Überzeugungen zu bringen und andere daran teilhaben zu lassen. Daraus entsteht dann in jeder MEP Sitzung von Neuem etwas „Unerhörtes“.

Die 100 Delegierten ließen also eine Woche lang ihren Ideen freien Lauf und setzen sich für eine fortschrittliche, visionäre Politik ein, um die Fragen zu beantworten: Wie kann sich das Leben in der EU nachhaltig verbessern? Wie wollen wir idealerweise in der Zukunft unseren Alltag bestreiten, damit er für alle Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen lebenswert ist? Wie können die Bürger:innen dabei abgeholt werden?

Als Einstieg sprach sich die neue MEP Vereinsvorsitzende Delara Burkhardt (SPD, 28 Jahre alt und seit 2019 Mitglied im Europäischen Parlament) in der Diskussionsrunde mit den Jugendlichen für eine demokratische EU aus, die sich Schritt für Schritt auch zu den Vereinigten Staaten von Europa weiterentwickeln sollte. Sie habe schon früh mit 15 Jahren erkannt, dass man nur in Parteien Politik wirklich mitgestalten könne. Auch Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, schilderte, wie er bereits in jungen Jahren zur Politik gefunden hat. Sein Bekenntnis zum Wahlrecht ab 16 viel dann aber zwiespältig aus. Das „Ja-aber“ bezog er auf die Strafmündigkeit, die dann auch auf 16 herabgesetzt werden müsste.

Im Mittelpunkt des MEP standen aber die Debatten der Jugendlichen zu den acht Ausschussthemen: Dabei gingen die Delegierten in ihrer Rolle als Parlamentarier vollkommen auf. Sie appellierten an die Verantwortung als Weltbürger, forderten einen staatsspezifischen Mindestlohn in allen Mitgliedstaaten und schlugen die Gründung einer Europäischen Zentrale für politische Bildung vor. Und auch auf die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre konnten sie sich am Ende einigen.

Sie nutzen die Möglichkeiten der parlamentarischen Geschäftsordnung, stellten Änderungsanträge und zitierten in ihren Reden Staatslenker, Dichter und Denker wie Immanuel Kant, Johann-Wolfgang von Goethe oder Jean-Claude Juncker. In 10 Stunden Debatte haben die Jugendlichen so die Grundlage für ihr Europia gelegt. Viele gaben in der Evaluation an, glücklich über ihren Mut zu sein, eine Rede vor den fast 100 Mitdelegierten gehalten zu haben.

Auch die beiden weiteren MEP Präsident:innen Carlotta (Potsdam) und Timo (Kirchheim bei München) bezogen sich in ihren abschließenden Reden auf ihre eigene MEP-Biografie und ermutigten die Teilnehmenden, sich politisch zu engagieren. „Europa ist nicht perfekt, und die EU macht auch nicht alles richtig, aber das Wichtigste, für Frieden zu sorgen, das macht sie richtig!“ „Nutzt Eure Stimme und seid das Zünglein an der Waage für ein besseres „Europia“.

Das Projekt ist Teil des von Erasmus plus geförderten EU-Jugenddialogs. Das bedeutet, dass die MEP-Resolution zum Thema Jugend tatsächlich den Weg nach Brüssel in den Rat der Jugendminister nehmen wird. Das MEP ist damit eine konkrete Möglichkeit für die jungen Menschen, mitzureden.  Beim kommenden Mal dann gerne wieder in Berlin in Präsenzform.

 

  

Bei der Benutzung akzeptieren Sie unsere cookies. Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close